Juan Fernando Gutiérrez wurde mehrfach für seine vielseitige darstellerische Begabung mit dem Publikumspreis geehrt. Als „stimmschönen, warmen Belcanto-Bariton“ bezeichnete die internationale Presse seine stimmlichen Darbietungen in Rezensionen aus zahlreichen Ländern Europas, Asiens und Südamerikas. Seit über 25 Jahren widmet sich der Opern- und Konzertsänger der Interpretation großer Mozart- und Belcantopartien auf weltweiten Bühnen sowie einem breiten Konzertrepertoire, das zahlreiche Lieder, Messen und Oratorien umfasst.
Der österreichische Bariton mit kolumbianischen Wurzeln begann sein Gesangsstudium in Kolumbien bei Danaila Hristova und ließ sich im Jahr 2002 in Wien nieder. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien studierte er Gesang bei KS Margarita Lilowa und Prof. Ralf Döring sowie Lied und Oratorium bei KS Robert Holl. Im Jahr 2009 schloss er sein Studium erfolgreich mit dem akademischen Grad Magister artium (Mag. art.) ab. Seine künstlerische Ausbildung wurde durch die Zusammenarbeit mit Persönlichkeiten wie Prof. Gerald Kahry, KS Hilde Zadek, KS Eliane Coelho und KS Wicus Slabbert in Österreich sowie durch internationale Meisterklassen bei KS Peter Gugaloff in Deutschland, KS Montserrat Caballé in Spanien und Franco Pagliazzi in Italien bereichert.
Parallel zu seiner Bühnenkarriere absolvierte er am Institut für Kulturmanagement der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien den Universitätslehrgang Kulturmanagement, den er 2023 als Master of Advanced Studies (MAS) mit der Note „Sehr gut“ abschloss. Seine pädagogische Expertise festigte er 2019 durch das Gesangspädagogische Zertifikat (GPZ) des Bundesverbandes Deutscher Gesangspädagogen sowie durch spezialisierte Weiterbildungen bei Judith Limbacher und Gudrun Ayasse in Deutschland.
Sein Operndebüt gab Gutiérrez in Kolumbien als Papageno in „Die Zauberflöte“, danach verkörperte er den Orfeo in „Orfeo ed Euridice“ von Ch. W. Gluck. An der kolumbianischen Oper debütierte er die Partie des Dr. Malatesta in „Don Pasquale“, Lescaut in „Manon“ von J. Massenet und Guglielmo in „Così fan tutte“.
Von 2010 bis 2012 war er Mitglied des Ensembles am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Er verkörperte dort wichtige Rollen seines Faches wie Papageno in „Die Zauberflöte“, Dr. Falke in „Die Fledermaus“, Ottokar in „Der Freischütz“, Taddeo in „L'italiana in Algeri“, Morales in „Carmen“, Stefano in „Viva la Mamma“ und die Partie des Magus in der Münchner Uraufführung der Oper „Joseph Süß“ von Detlev Glanert.
Von 2012 bis 2015 war er Ensemblemitglied am Theater Münster. Dort erweiterte er sein Repertoire um zahlreiche bedeutende Partien, darunter Figaro in „Il Barbiere di Siviglia“, Fieramosca in „Benvenuto Cellini“, Schaunard in „La Bohème“, Morales in „Carmen“, Baron Douphol in „La Traviata“, Tracolino in Pergolesis „Il maestro di musica“, den Hoteldirektor in Hindemiths „Neues vom Tage“ sowie erneut den Magus in „Joseph Süß“. Zudem trat er mit dem Sinfonieorchester Münster als Bariton-Solist in Carl Orffs „Carmina Burana“ auf. Aufgrund seines großen Erfolges als Papageno in „Die Zauberflöte“ und der hervorragenden Kritik kehrte er 2016 in der dritten Saison in Folge als Gast für diese Rolle nach Münster zurück.
Wichtige Engagements führten ihn zu verschiedenen Festspielen, wie mit der Neuen Oper Wien nach Zwolle/Holland zum internationalen Kammeropern-Festival in der zeitgenössischen Version der Oper „Orfeo“ von Ch. Cech, zu den Haydn Festspielen in Eisenstadt unter der Leitung von Adam Fischer (als Pluto in „L’anima del Filosofo“) sowie zu den Wiener Festwochen und nach Bulgarien zur „Lyrischen Symphonie“ von Zemlinsky unter Georgi Dimitrov. In Hiroshima/Japan sang er 2009 mit dem Hiroshima Symphonie Orchester unter Kazufumi Yamashita die Baritonpartie in Beethovens 9. Symphonie, was als DVD produziert wurde.
Mit der Neuen Philharmonie Westfalen gab Gutiérrez verschiedene Konzerte am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen sowie in der Stadthalle Unna. Gastspiele führten ihn zudem als Stefano in „Viva la Mamma“ an das Theater Krefeld Mönchengladbach und in den Konzertsaal der Kölner Philharmonie. Große Erfolge feierte er als Papageno am Stadttheater Ingolstadt sowie im Prinzregententheater in München. Im Jahr 2018 debütierte er als Bill in „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ in einer Koproduktion des Teatro Colón de Buenos Aires, des Teatro Municipal de Santiago (Chile) und des Teatro Mayor in Bogotá.
Gutiérrez ist Finalist und Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, darunter Klassikmania 2005 und der Internationale Hilde Zadek Wettbewerb 2009. Er gewann den 1. Preis, die Goldmedaille sowie den „Osamu Uno“-Preis beim 10. Internationalen Musikwettbewerb in Osaka/Japan 2009. Neben dem Publikumspreis der Otto Edelmann Society (2009) erhielt er im selben Jahr den Publikumspreis für seine Darbietung als Figaro in Osaka. Im Jahr 2014 wurde er am Theater Münster für seine überaus hervorragenden künstlerischen Leistungen als Papageno und Fieramosca mit dem Publikumspreis „Volksbühnentaler“ ausgezeichnet.
Als fester Bestandteil der Wiener Musikszene gastiert Juan Fernando Gutiérrez in Begleitung des Wiener Mozart Orchesters regelmäßig auf den bedeutendsten Bühnen der Stadt – darunter die Wiener Staatsoper, der Goldene Saal des Wiener Musikvereins sowie der Große Saal des Wiener Konzerthauses. Seit seinem Debüt im Musikverein im Jahr 2016 tritt er dort bereits seit zehn Jahren in Folge mit Partien wie Don Giovanni, Figaro und Papageno auf und setzt diese erfolgreiche Tätigkeit auch im Jahr 2026 fort.
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